Welcher Farbtyp bin ich? So erkennst du, ob du warm oder kühl bist
„Welcher Farbtyp bin ich?“ ist wohl die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird – im Studio und per Nachricht. Das ist verständlich: Du hast Videos über Frühling, Sommer, Herbst und Winter gesehen, Filter auf dem Handy ausprobiert, und jeder sagt dir etwas anderes. In diesem Artikel erkläre ich dir, wie du dich zu Hause kritisch betrachtest, welche Anzeichen hilfreich sind und welche täuschen, und warum der letzte Schritt immer ein Test mit Farbtüchern sein sollte.

Die vier Jahreszeiten in zwei Minuten
Das Jahreszeitensystem ordnet Farben nach drei Merkmalen: ob sie warm oder kühl (Temperatur), hell oder dunkel (Helligkeit) und leuchtend oder sanft (Intensität) sind. Aus der Kombination ergeben sich die vier Familien:
- Frühling: warm, hell und strahlend. Frische Farben wie Koralle, Pfirsich oder Apfelgrün.
- Sommer: kühl, hell und sanft. Pudrige Töne wie Altrosa, Lavendelblau oder Perlgrau.
- Herbst: warm, tief und sanft. Erdtöne: Senf, Ziegelrot, Olivgrün, Camel.
- Winter: kühl, tief und leuchtend. Schwarz, reines Weiß, Himbeerrot, Elektrikblau.
Wenn du jede Palette genauer sehen möchtest, findest du sie erklärt unter Farbtypen: die Jahreszeiten-Paletten. Hier geht es darum, wie du deine herausfindest.
Schritt 1: der Unterton – warm oder kühl
Der Unterton ist die Nuance unter deiner Hautfarbe und hat nichts damit zu tun, wie gebräunt du bist. Es gibt sehr helle warme Haut und dunkle kühle Haut. Für eine erste Einschätzung:
Der Gold-Silber-Test
Stell dich vor ein Fenster, bei natürlichem Tageslicht und ohne Make-up. Halte ein goldenes Schmuckstück an dein Gesicht und dann ein silbernes (oder je ein Blatt Papier in diesen Farben). Achte auf deine Haut, nicht auf den Schmuck: Bei welchem wirkt sie ebenmäßiger, mit weniger Schatten unter den Augen und weniger Rötungen? Wenn Gold dich „zum Leuchten bringt“, tendierst du zu warm; wenn Silber dein Gesicht klärt, zu kühl.
Reinweiß gegen gebrochenes Weiß
Wiederhole das Gleiche mit einem reinweißen T-Shirt und einem in Ecru oder Elfenbein. Kühler Haut steht Reinweiß meist gut, warmer Haut gebrochenes Weiß. Es ist einer der aufschlussreichsten Tests und kostet dich fünf Minuten.
Was weniger hilft
Der bekannte Trick mit den Venen am Handgelenk (grün = warm, blau = kühl) versagt häufig, weil er von der Hautdicke und vom Licht abhängt. Verlass dich auch nicht darauf, ob du leicht braun wirst: Manche kühle Hauttypen bräunen sehr gut.
Schritt 2: die Helligkeit – hell oder dunkel?
Betrachte jetzt Haut, Augen und Naturhaar (den Ansatz, wenn du färbst) zusammen. Ist der Gesamteindruck leicht oder intensiv? Ein nützlicher Trick: Mach ein Foto bei Tageslicht und wandle es in Schwarz-Weiß um. Bleibt fast alles hellgrau, ist deine Helligkeit hell; gibt es tiefes Schwarz in Haaren oder Augen, eher dunkel. Frühling und Sommer sind meist hell, Herbst und Winter tief.
Schritt 3: die Intensität – leuchtend oder sanft?
Die Intensität zeigt, ob dir reine, leuchtende Farben stehen oder leicht vergraute. Probiere ein kräftiges Fuchsia und ein Altrosa. Wenn mit Fuchsia dein Gesicht im Vordergrund bleibt und die Farbe dich nicht „überstrahlt“, verträgst du Intensität gut (Frühling oder Winter). Wenn die leuchtende Farbe dich blass macht und die sanfte dir schmeichelt, bist du eher Sommer oder Herbst.
Schritt 4: der Kontrast
Der Kontrast ist der Unterschied zwischen dem hellsten und dem dunkelsten Bereich deines Gesichts: Haut, Augen, Brauen und Haare. Wer sehr helle Haut und dunkle Haare hat, hat einen hohen Kontrast und trägt meist kräftige Kombinationen wie Weiß und Marineblau gut. Sind deine Züge einander ähnlich, stehen dir Ton-in-Ton-Kombinationen besser. Das allein bestimmt den Farbtyp nicht, hilft aber sehr beim Kombinieren.
Warum man sich zu Hause leicht irrt
Die Selbsteinschätzung ist eine gute Übung, hat aber Grenzen. Das sind die Fehler, die ich am häufigsten sehe:
- Kunstlicht oder Abendlicht: Das warme Licht einer Lampe oder des Sonnenuntergangs lässt alles wärmer wirken.
- Make-up und Haarfarbe: Foundation und gefärbtes Haar verändern, wie das Gesicht wirkt.
- Vorlieben mit schmeichelnden Farben verwechseln: Dass du Schwarz liebst, heißt nicht, dass es deine beste Farbe am Gesicht ist.
- Benachbarte Jahreszeiten: Viele Menschen liegen an der Grenze zwischen zwei Jahreszeiten (etwa sanfter Herbst und sanfter Sommer), und dort entscheidet nur der direkte Vergleich mit Farbtüchern.
So wird es in einer Farbberatung bestätigt
In einer professionellen Sitzung ist die Methode dieselbe, die du gerade gelesen hast, aber kontrolliert: neutrales Licht, ungeschminktes Gesicht, mit einem neutralen Tuch bedeckte Haare und Dutzende Referenztücher, die paarweise verglichen werden. So sieht man klar, welche Farben dich zum Strahlen bringen und welche Schatten oder Augenringe betonen. Am Ende kennst du deine Jahreszeit, deine Untergruppe und weißt, wie du die Palette bei Kleidung, Accessoires und Make-up einsetzt.
Wenn du in Barcelona bist, kannst du sie bei mir im Studio machen; wie sie abläuft, erfährst du auf der Seite Farbberatung in Barcelona. Wenn du in einer anderen Stadt wohnst, arbeite ich auch per Videocall, und ab dem 9. Dezember 2026 gibt es ein GIULIMAGE-Studio in Saragossa und ab dem 15. Januar 2027 eines in Madrid. Wenn du in Madrid bist, erfährst du auf der Seite Farbberatung in Madrid, wie es funktioniert.
Was du tun kannst, wenn du deinen Farbtyp kennst
Deinen Farbtyp zu kennen heißt nicht, die halbe Garderobe wegzuwerfen. Beginne mit dem, was du nah am Gesicht trägst: Blusen, Pullover, Tücher und Ohrringe. Alles andere kann gut neben deiner Palette bestehen. Von da an entscheidest du jeden neuen Kauf nach einem klaren Kriterium – das merkst du im Kleiderschrank und im Geldbeutel.
Häufige Fragen
Kann ich meinen Farbtyp nur mit einem Online-Test herausfinden?
Ein Test gibt dir einen Hinweis, aber keine verlässliche Antwort: Bildschirm, Licht zu Hause und Make-up verändern stark, was du siehst. Nutze ihn als Ausgangspunkt und bestätige das Ergebnis mit echten Farbtüchern – persönlich oder in einer gut vorbereiteten Online-Sitzung.
Entscheidet meine Haarfarbe über meinen Farbtyp?
Nicht allein. Dein Farbtyp hängt vor allem vom Unterton deiner Haut ab und davon, wie Haut, Augen und Naturhaar zusammenwirken. Eine Haarfarbe kann den Kontrast verändern, aber nicht deinen Unterton.
Kann sich mein Farbtyp mit den Jahren ändern?
Der Unterton ändert sich nicht, aber Kontrast und Intensität können durch graue Haare oder mit der Zeit sanfter werden. Deshalb wird manchmal die Untergruppe innerhalb derselben Jahreszeit angepasst.
Wenn ich „kühl“ bin, darf ich dann nie warme Farben tragen?
Doch, aber weg vom Gesicht: bei Hosen, Schuhen oder Taschen. Am meisten fällt die Farbe direkt am Gesicht auf, und genau dort macht deine Palette den Unterschied.